Anwendungsbereiche bei Kinderwunsch


Indikationen und Anwendungsbereiche

Sowohl bei Männern als auch bei Frauen ist eine Unterstützung durch Akupunktur-Verfahren und weitere Heilverfahren aus der TCM vor und in einer Schwangerschaft möglich und sinnvoll. Folgende Bereiche werden erläutert:

 

Diese Beschwerden der Frau können wirkungsvoll durch TCM behandelt werden:

  • Zyklusstörungen zum Beispiel unregelmäßige Blutung, zu langer oder zu kurzer Zyklus, Zwischenblutungen, schmerzhafte Regelblutung, sehr viel oder sehr wenig Blut und anderes
  • keine Blutung (Anmenorrhoe, primär oder sekundär)
  • Störung des Eisprunges wie zum Beispiel beim PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovar), seltener Eisprung, zu früh, zu spät, schmerzhaft
  • Endometriose
  • Myome
  • akute, chronische oder wiederkehrende Entzündungen an den weiblichen Geschlechtsorganen
  • Eierstockzysten
  • wiederholte Fehlgeburten
  • drohende Frühgeburt
  • emotionale Belastungen und Stress
  • andere Krankheiten, die die Körperregulation beeinflussen

 

Die Einsatzgebiete von Akupunktur oder chinesischer Arzneitherapie beim Mann sind bei Kinderwunsch:

  • zu geringe Spermienanzahl
  • zu geringe Beweglichkeit der Spermien
  • zu schlechte Qualität der Spermien
  • zu zähe Samenflüsskeit
  • akute oder chronische Entzündungen an Penis, Prostata, Hoden, Nebenhoden
  • Schmerzen bei der Ejakulation
  • Erektionsstörungen
  • emotionale Belastungen und Stress
  • andere Krankheiten, die die Körperregulation beeinflussen

 

Eine unterstützende Behandlung mit Akupunktur und TCM ist in der in-Vitro-Fertilisation insbesondere bei auftretenden Problemen sinnvoll.

In der Reproduktionsmedizin kann bei künstlicher Befruchtungsverfahren wie In-Vitro-Fertilisation (IVF) oder ICSI (Intra-cellular-Spermal-Injection), beim Einsetzen von aufgetauten (ehemals eingefrorenen) befruchteten Eizellen (Kryotransfer) oder bei Insemination folgende Schwierigkeiten durch Akupunktur oder chinesische Arzneimitteltherapie gebessert werden:

  • ovarielle Insuffizienz (low oder non responder)
  • zu wenig wachsende Follikel
  • zu unreife oder zu kleine Follikel
  • zu wenig befruchtbare Eizellen
  • zu geringe Qualität der Embryonen
  • kein Einnisten der Embryonen
  • Schmerzen und emotionale Belastung im Verlauf der künstlichen Befruchtung
  • Fehlgeburten nach IVF, ICSI oder Kryotransfer
  • erfolglose konservative Kinderwunschtherapie

 

Akupunktur und Chinesische Arzneimitteltherapie hilft die Schwangerschaft zu erhalten und bei Schwangerschaftsbeschwerden

Man kann grundsätzlich in den ersten 12 Wochen eine Schwangerschaft durch TCM-Therapie unterstützen und ihre Weiterentwicklung und ihren Erhalt fördern.

Auch bei typischen Schwangerschaftsbeschwerden wie zum Beispiel morgendlicher Übelkeit und Erbrechen oder bei völligem Appetitverlust kann Ihnen die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) helfen.

Im Verlauf einer Schwangerschaft kann man ebenfalls unterstützend zur schulmedizinischen Behandlung helfen, wenn Blutungen entstehen, ein Abort oder eine Frühgeburt droht.

 

Akupunktur verkürzt die Geburtszeit und hilft in der Geburtsvorbereitung

Die Geburt eines Kindes kann bereits im Vorfeld zur mit Akupunktur unterstützt werden. Positive Ergebnisse der geburtsvorbereitenden Akupunktur konnten in mehreren Studien nachgewiesen werden zum Beispiel Weigel, Zieger u.a. (1998).

Es gibt Nachweise dafür, dass sich die Geburtszeit insgesamt verkürzt. Dies gilt scheinbar insbesonere bei Erstgebärenden, die Zeit verringert sich um im Durchschnitt um 2.0 Stunden. Dies ist wohl darauf zurück zu führen, dass die Öffnungsphase einfacher und koordinierter verläuft. Weitere Effekte der Akupunktur sind, dass Mutter und Kind nach der Geburt nachweislich fitter sind und die Plazenta sich nach der Geburt besser von der Gebärmutter löst.
Leider wird die Akupunktur dennoch nicht von gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Die erste Behandlung beginnt man etwas über 4 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin mit der ersten von insgesamt vier Akupunkturen. Anschließend wird wird wöchentlich in der Regel einmal akupunktiert. Sollten sich Symptome häufen, die eine frühere Geburt erwarten lassen, kann man die Akupunkturen in etwas kürzeren Abständen planen oder wenn die Mutter sehr nervös ist oder unter die Schwangerschaft begleitenden Beschwerden leidet. Bei einer Übertragung wird eine weitere, 5. Akupunktur ergänzt.

Aus einer ausgewählten Gruppe von Akupunkturpunkten, die zur Geburtsvorbereitung geeignet sind, wird der Therapeut die passenden Punkte (meist 4-10) heraus suchen und “nadeln”. Die Akupunkturpunkte liegen meist an den Unterarmen und Unterschenkeln. Die Auswahl der Punkte wird in der Regel nach den ersten 2 Wochen noch einmal verändert, sodass bestimmte Punkte, die eine “öffnende Wirkung” haben, erst 14 Tage vor dem Termin eingesetzt und stimuliert werden.

Bei individuellen Beschwerden wie zum Beispiel bestimmten Rückenschmerzen (Wehen sollten ausgeschlossen sein), Herzklopfen oder anderen Symptomen können weitere Punkte vom Behandler hinzu genommen werden.

Vorzeitige Wehen oder ein Einfluss auf den Geburtstermin konnte durch Studien nicht beobachtet werden.

Wirkungen der geburtsvorbereitenden Akupunktur:

  • der Gebärmutterhals und Muttermund werden schon vor der eigentlichen Geburt weicher.
  • Der Muttermund öffnet sich teilweise schon 1-2 cm.
  • Die Schwangeren sind entspannter und gehen mit gestärkter zur Geburt.
  • Bei vielen Frauen entwickelt sich eine kürzere und leichtere Geburt, was auch den geborenen Babys zugute kommt.